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Was passiert mit überschüssigem Solarstrom? Möglichkeiten, Nutzung und Vergütung einfach erklärt

Aktualisiert: 23. Juli

Photovoltaikanlagen produzieren umweltfreundlichen Strom direkt auf dem eigenen Dach. Doch was passiert eigentlich mit der Energie, die gerade nicht verbraucht wird? Besonders an sonnigen Tagen erzeugt eine PV-Anlage häufig mehr Strom, als im Haushalt oder Unternehmen benötigt wird. Dieser überschüssige Solarstrom muss jedoch nicht ungenutzt bleiben.


In diesem Beitrag erfährst du, welche Möglichkeiten es für überschüssigen Solarstrom gibt, warum ein hoher Eigenverbrauch wirtschaftlich sinnvoll ist und welche Rolle eine durchdachte Elektroplanung dabei spielt.


Solarstrom
Was passiert mit überschüssigem Solarstrom?

Wann entsteht überschüssiger Solarstrom?


Eine Photovoltaikanlage erzeugt Strom immer dann, wenn Sonnenlicht auf die Solarmodule trifft. Der Strombedarf eines Gebäudes richtet sich jedoch nach dem tatsächlichen Verbrauch und dieser passt oft nicht zur Stromproduktion.


Ein typisches Beispiel: An einem sonnigen Werktag produziert die PV-Anlage mittags besonders viel Energie. Gleichzeitig sind die Bewohner bei der Arbeit oder viele elektrische Verbraucher ausgeschaltet. Die Folge: Es entsteht ein Stromüberschuss.


Überschüssiger Solarstrom ist kein Fehler der Anlage, sondern ein ganz normaler Bestandteil jeder Photovoltaikanlage.



Möglichkeit 1: Überschüssigen Solarstrom ins öffentliche Netz einspeisen


Die häufigste Lösung besteht darin, den überschüssigen Strom in das öffentliche Stromnetz einzuspeisen. Dafür wird ein sogenannter Zweirichtungszähler installiert. Dieser misst sowohl den bezogenen Strom aus dem Netz als auch die eingespeiste Strommenge.


Für den eingespeisten Strom erhalten Betreiber einer Photovoltaikanlage eine Einspeisevergütung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Die Höhe der Vergütung richtet sich unter anderem nach dem Zeitpunkt der Inbetriebnahme und der Größe der Anlage.


Der Vorteil: Kein erzeugter Strom geht verloren und die überschüssige Energie kann von anderen Verbrauchern genutzt werden.


Allerdings liegt die Einspeisevergütung heute meist deutlich unter dem Preis, den Sie für Strom aus dem Netz bezahlen. Deshalb ist es wirtschaftlich oft attraktiver, möglichst viel des selbst erzeugten Stroms direkt im eigenen Gebäude zu verbrauchen.



Möglichkeit 2: Überschüssigen Solarstrom im Batteriespeicher speichern


Eine immer beliebtere Lösung ist die Kombination aus Photovoltaikanlage und Batteriespeicher.


Der Batteriespeicher nimmt überschüssigen Solarstrom auf, solange ausreichend Speicherkapazität vorhanden ist. Wird später Strom benötigt, beispielsweise am Abend oder in der Nacht, kann der gespeicherte Strom wieder genutzt werden.


Dadurch erhöht sich der Eigenverbrauch deutlich. Gleichzeitig sinkt der Strombezug aus dem öffentlichen Netz, was langfristig Energiekosten spart.


Ob sich ein Batteriespeicher wirtschaftlich lohnt, hängt unter anderem von folgenden Faktoren ab:


  • Größe der Photovoltaikanlage

  • Stromverbrauch im Gebäude

  • Anschaffungskosten des Speichers

  • Strompreis und Einspeisevergütung


Gerade bei Neubauten wird der Batteriespeicher deshalb häufig direkt mit eingeplant.



Möglichkeit 3: Überschüssigen Solarstrom selbst nutzen


Je höher der Eigenverbrauch, desto wirtschaftlicher arbeitet eine Photovoltaikanlage. Deshalb lohnt es sich, möglichst viele Verbraucher dann zu nutzen, wenn die Sonne scheint.


Elektroauto laden


Besitzt du ein Elektroauto, kann überschüssiger Solarstrom direkt zum Laden genutzt werden. Moderne Wallboxen erkennen automatisch, wann ausreichend PV-Strom verfügbar ist, und starten den Ladevorgang entsprechend.


Wärmepumpe betreiben


Auch Wärmepumpen eignen sich, um überschüssigen Solarstrom sinnvoll einzusetzen. Sie können beispielsweise Warmwasser erzeugen oder den Wärmespeicher des Gebäudes aufladen, wenn ausreichend Sonnenenergie vorhanden ist.


Haushaltsgeräte intelligent steuern


Viele Waschmaschinen, Geschirrspüler oder Trockner verfügen über Zeitprogramme oder lassen sich über Smart-Home-Systeme automatisch starten. So werden diese Geräte genau dann betrieben, wenn die Photovoltaikanlage besonders viel Strom liefert.



Kann überschüssiger Solarstrom verloren gehen?


Grundsätzlich wird überschüssiger Solarstrom entweder selbst genutzt, gespeichert oder ins Stromnetz eingespeist. In bestimmten Situationen kann jedoch ein Teil der erzeugten Energie nicht genutzt werden.


Das kann beispielsweise passieren, wenn:


  • der Batteriespeicher vollständig geladen ist,

  • im Gebäude kaum Strom verbraucht wird,

  • das öffentliche Stromnetz keine weitere Einspeisung zulässt und die Anlage vorübergehend geregelt wird.


In solchen Fällen reduziert der Wechselrichter die Leistung der Photovoltaikanlage. Dieses sogenannte Abregeln sorgt dafür, dass das Stromnetz stabil bleibt.


Mit einer intelligent geplanten Anlage, einem passenden Speicher und einem guten Energiemanagement lässt sich dieser Energieverlust jedoch häufig deutlich reduzieren.



Warum ein hoher Eigenverbrauch wirtschaftlich sinnvoll ist


In den vergangenen Jahren sind die Strompreise deutlich gestiegen. Gleichzeitig liegt die Einspeisevergütung meist unter den Kosten für zugekauften Netzstrom.


Das bedeutet: Jede Kilowattstunde Solarstrom, die direkt im eigenen Gebäude genutzt wird, spart in der Regel mehr Geld, als durch die Einspeisung verdient werden kann.


Besonders hohe Eigenverbrauchsquoten lassen sich erreichen durch:


  • Batteriespeicher

  • Wärmepumpe

  • Wallbox für Elektrofahrzeuge

  • intelligentes Lastmanagement

  • Smart-Home-Steuerungen


Wer diese Komponenten sinnvoll miteinander kombiniert, kann den Eigenverbrauch deutlich steigern und seine Energiekosten langfristig senken.



Welche Rolle spielt die Elektroplanung?


Damit eine Photovoltaikanlage ihr volles Potenzial ausschöpfen kann, reicht es nicht aus, lediglich Solarmodule auf dem Dach zu installieren. Entscheidend ist eine ganzheitliche Elektroplanung.


Bereits in der Planungsphase sollte berücksichtigt werden:


  • Wie groß muss die Photovoltaikanlage sein?

  • Ist ein Batteriespeicher sinnvoll?

  • Soll später eine Wallbox installiert werden?

  • Ist eine Wärmepumpe vorgesehen?

  • Werden Lastmanagement oder Smart-Home-Systeme benötigt?

  • Sind spätere Erweiterungen möglich?


Eine vorausschauende Elektroplanung sorgt dafür, dass alle Komponenten optimal zusammenarbeiten. Das erhöht den Eigenverbrauch, verbessert die Wirtschaftlichkeit und schafft gleichzeitig Reserven für zukünftige Anforderungen.


Gerade bei Neubauten oder größeren Sanierungen lassen sich dadurch spätere Nachrüstungen und zusätzliche Kosten häufig vermeiden.



Fazit


Überschüssiger Solarstrom ist keineswegs verschwendete Energie. Er kann ins öffentliche Netz eingespeist, in einem Batteriespeicher gespeichert oder direkt im eigenen Gebäude genutzt werden. Welche Lösung die sinnvollste ist, hängt von der jeweiligen Immobilie, dem Stromverbrauch und den individuellen Anforderungen ab.


Wer seine Photovoltaikanlage bereits bei der Elektroplanung ganzheitlich betrachtet und Speicher, Wärmepumpe oder Wallbox sinnvoll integriert, holt deutlich mehr aus der erzeugten Sonnenenergie heraus. So steigt nicht nur der Eigenverbrauch, sondern auch die Wirtschaftlichkeit der gesamten Anlage verbessert sich langfristig.


Emi erklärt Elektro einfach - Was passiert mit überschüssigem Solarsrom?

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