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9 Häufige Fehler in der Elektroplanung und wie man sie vermeidet

Eine durchdachte Elektroplanung ist einer der wichtigsten, aber oft unterschätzten Bestandteile beim Neubau oder der Sanierung. Fehler in diesem Bereich fallen meist erst im Alltag auf, dann jedoch mit umso größerem Ärger und oft hohen Nachrüstkosten.


Viele Probleme lassen sich vermeiden, wenn typische Planungsfehler frühzeitig erkannt werden. Im Folgenden findest du die häufigsten Schwachstellen praxisnah erklärt und mit konkreten Lösungsansätzen.


Fehler Elektroplanung
9 Häufige Fehler in der Elektroplanung und wie man sie vermeidet

#1 Zu wenige Steckdosen


Einer der häufigsten Fehler ist die zu knappe Planung von Steckdosen. Was auf dem Papier ausreichend erscheint, erweist sich im Alltag schnell als unpraktisch. Verlängerungskabel und Mehrfachsteckdosen werden zur Dauerlösung – optisch unschön und technisch nicht ideal.


Oft liegt das Problem darin, dass der tatsächliche Bedarf unterschätzt wird oder zukünftige Nutzungen nicht bedacht werden.


Typische Anzeichen:

  • Kabelsalat in Wohn- und Arbeitsbereichen

  • Fehlende Anschlüsse für neue Geräte

  • Improvisierte Lösungen hinter Möbeln


Besser so:

  • Steckdosen großzügig einplanen (Faustregel: lieber 20 % mehr)

  • Pro Raum Nutzungsszenarien durchdenken

  • Spezielle Bereiche wie Homeoffice oder Küche besonders berücksichtigen



#2 Fehlende Vorbereitung für moderne Technik


Die Anforderungen an Elektroinstallationen haben sich stark verändert. Themen wie Smart Home, Netzwerktechnik oder Streaming sind heute Standard, werden aber in der Planung oft vergessen.

Das Problem: Nachrüsten ist aufwendig, teuer und meist mit baulichen Eingriffen verbunden.


Häufige Versäumnisse:

  • Keine Netzwerkverkabelung (LAN)

  • Fehlende Leerrohre für spätere Erweiterungen

  • Kein Platz für zentrale Technik (z. B. Serverschrank)


Praxislösung:

  • Leerrohre strategisch einbauen

  • LAN-Anschlüsse in Wohn- und Arbeitsräumen vorsehen

  • Technikflächen zentral planen (z. B. Hauswirtschaftsraum)



#3 Schalter und Steckdosen an den falschen Stellen


Eine funktionierende Elektroplanung orientiert sich am späteren Leben im Raum – nicht nur am Grundriss. Werden Schalter und Steckdosen ohne Möblierungskonzept platziert, entstehen schnell unpraktische Situationen.


Das zeigt sich oft erst nach dem Einzug:

  • Schalter sind schwer erreichbar

  • Steckdosen werden von Möbeln verdeckt

  • Licht lässt sich nicht intuitiv bedienen


Typische Ursachen:

  • Planung ohne Einrichtungskonzept

  • Fehlende Abstimmung mit Nutzungsgewohnheiten


So vermeidest du das:

  • Möblierungsplan frühzeitig erstellen

  • Schalter an logischen Positionen platzieren (z. B. direkt an Türen)

  • Standardhöhen sinnvoll anpassen (z. B. für Küche oder Bettbereich)



#4 Unzureichende Beleuchtungsplanung


„Eine Lampe pro Raum“ – dieser Ansatz ist längst überholt. Trotzdem wird die Beleuchtung häufig zu einfach gedacht. Das Ergebnis sind schlecht ausgeleuchtete Räume ohne Atmosphäre oder Funktionalität.


Typische Probleme:

  • Zu dunkle Arbeitsbereiche

  • Fehlende indirekte Beleuchtung

  • Unflexible Lichtsteuerung


Moderne Beleuchtung setzt auf mehrere Ebenen:

  • Grundbeleuchtung (z. B. Deckenleuchte)

  • Akzentbeleuchtung (z. B. Spots, LED-Strips)

  • Arbeitsbeleuchtung (z. B. Küche, Schreibtisch)


Zusätzlich sinnvoll:

  • Dimmer für flexible Lichtstimmung

  • Getrennte Schaltkreise für verschiedene Lichtzonen



#5 Zu wenige oder falsch aufgeteilte Stromkreise


Ein oft unterschätzter Punkt ist die Aufteilung der Stromkreise. Werden zu viele Verbraucher auf einen Kreis gelegt, kommt es schnell zu Überlastungen oder auslösenden Sicherungen.

Besonders kritisch ist das in Bereichen mit hohem Energiebedarf.


Typische Schwachstellen:

  • Küche ohne separate Stromkreise für Großgeräte

  • Bad und Waschmaschine auf einem Kreis

  • Keine Trennung zwischen Innen- und Außenbereichen


Empfehlung aus der Praxis:

  • Separate Stromkreise für:

    • Herd, Backofen, Geschirrspüler

    • Waschmaschine und Trockner

    • Außenanlagen

  • Reserve-Stromkreise einplanen



#6 Verteilerkasten zu klein geplant


Der Sicherungskasten ist das Herzstück der Elektroinstallation und wird erstaunlich oft zu klein dimensioniert. Das rächt sich spätestens bei Erweiterungen.


Probleme in der Praxis:

  • Kein Platz für zusätzliche Sicherungen

  • Nachrüstung von PV-Anlage oder Wallbox schwierig

  • Unübersichtliche Verdrahtung


Besser planen:

  • Verteilerkasten großzügig dimensionieren

  • Platz für zukünftige Technologien berücksichtigen:

    • Photovoltaik

    • E-Mobilität (Wallbox)

    • Smart-Home-Komponenten



#7 Sicherheitsaspekte werden vernachlässigt


Neben Komfort spielt Sicherheit eine zentrale Rolle. Dennoch wird hier aus Kostengründen oder Unwissenheit häufig gespart.


Moderne Schutztechnik sollte heute Standard sein.


Wichtige Komponenten:

  • FI-Schutzschalter (RCD) für Personenschutz

  • Überspannungsschutz (z. B. bei Blitzeinschlag)

  • Fehlerlichtbogen-Schutzeinrichtungen (AFDD)


Wichtig zu wissen: Diese Systeme schützen nicht nur Geräte, sondern können im Ernstfall Leben retten.



#8 Außenbereiche und Sonderanschlüsse vergessen


Die Planung konzentriert sich oft auf Innenräume. Dabei werden Außenbereiche und spezielle Anwendungen schlicht übersehen. Das führt später zu aufwendigen Nachrüstungen.


Häufig vergessen:

  • Steckdosen im Garten oder auf der Terrasse

  • Anschlüsse für Beleuchtung im Außenbereich

  • Vorbereitung für:

    • Wallbox

    • elektrische Rollläden

    • Markisen


Tipp:

  • Außenbereiche genauso detailliert planen wie Innenräume

  • Wettergeschützte und ausreichend dimensionierte Anschlüsse vorsehen



#9 Fehlende Abstimmung mit anderen Gewerken


Elektroplanung funktioniert nicht isoliert. Ohne Abstimmung mit anderen Gewerken entstehen Konflikte, wie etwa mit Möbelbau, Heizung oder Sanitärinstallation.


Typische Folgen:

  • Kollisionen mit Leitungen

  • Unpraktische Lösungen im Innenausbau

  • Verzögerungen auf der Baustelle


So läuft es besser:

  • Frühzeitige Abstimmung mit allen Beteiligten

  • Gemeinsame Planung mit:

    • Architekten

    • Elektrikern

    • Innenausbau



Fazit: Gute Planung spart langfristig Geld und Nerven


Die meisten Fehler in der Elektroplanung entstehen nicht aus Unwissen, sondern aus mangelnder Detailtiefe oder fehlender Weitsicht.


Wer frühzeitig plant, realistische Nutzungsszenarien durchdenkt und auf Zukunftssicherheit setzt, kann viele dieser Probleme vermeiden.


Die wichtigste Erkenntnis: Eine gute Elektroplanung ist keine Kostenfrage, sondern eine Investition in Komfort, Sicherheit und Werterhalt.


Emi erklärt Elektro einfach - 5 Fehler bei der Elektroplanung und wie man sie vermeidet

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