Wie viel Strom verbrauchen typische Haushaltsgeräte? – Der große Verbrauchscheck
- AdaptING GmbH

- vor 3 Tagen
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Viele Haushalte wissen nur ungefähr, wie viel Strom ihre Geräte tatsächlich verbrauchen. Dabei machen gerade Kühlschränke, Waschmaschinen, Fernseher oder Heizgeräte einen erheblichen Teil der monatlichen Stromkosten aus. Ein genauer Blick lohnt sich, denn wer seinen Energieverbrauch kennt, kann gezielt sparen und das ohne Komfortverlust. Dieser Beitrag erklärt leicht verständlich, wie viel Strom typische Haushaltsgeräte benötigen, was sie im Alltag kosten und wie du mit einfachen Maßnahmen deinen Verbrauch deutlich reduzieren kannst.

Grundlagen: Wie wird Stromverbrauch überhaupt berechnet?
Bevor wir in die Gerätelisten einsteigen, lohnt ein kurzer Blick auf die wichtigsten Begriffe:
Watt, Kilowatt und Kilowattstunde (kWh) einfach erklärt:
Watt (W) = Leistung des Geräts
Kilowatt (kW) = 1.000 Watt
Kilowattstunde (kWh) = Energie, die verbraucht wird, wenn ein Gerät mit 1.000 Watt eine Stunde lang läuft
Formel zur Berechnung des Verbrauchs:
Leistung (kW) × Nutzungsdauer (h) = Verbrauch (kWh)
Einflussfaktoren:
Energieeffizienzklasse des Geräts
Häufigkeit & Dauer der Nutzung
Alter, Zustand und Technik
Umgebungstemperatur (besonders bei Kühlgeräten)
Wie viel Strom verbrauchen typische Haushaltsgeräte
Küche: Dauerläufer und Alltagshelfer
In der Küche stehen viele Geräte, die regelmäßig oder sogar ständig in Betrieb sind. Der Kühlschrank gehört zu den größten Dauerverbrauchern im Haushalt, weil er ununterbrochen arbeitet. Moderne Geräte benötigen im Durchschnitt zwischen 120 und 200 kWh pro Jahr, während ältere Modelle leicht das Doppelte verbrauchen können. Ein Gefrierschrank fällt ähnlich ins Gewicht und erreicht häufig 150 bis 300 kWh pro Jahr, je nachdem, ob es sich um eine Gefriertruhe oder ein Gefrierfach handelt und wie häufig die Tür geöffnet wird.
Geschirrspüler, Backöfen und Mikrowellen laufen zwar nicht ständig, verbrauchen aber beim Betrieb relativ viel Energie. Ein Geschirrspüler benötigt im ECO-Programm oft weniger als 1 kWh pro Spülgang, während ein Backofen für eine Stunde schnell bei bis zu 1,5 kWh liegen kann. Bei kleinen Erwärmungsaufgaben ist die Mikrowelle deutlich energieeffizienter als der Backofen oder der Herd. Ein Wasserkocher gilt ebenfalls als sehr effizientes Gerät, da er das Wasser schnell erhitzt und meist nur wenige Minuten betrieben wird.
Haushaltsgerät | Typischer Verbrauch | Zusatzinfos |
Kühlschrank | 120–200 kWh/Jahr | Dauerbetrieb; neue Geräte bis zu 50 % sparsamer als ältere Modelle |
Gefrierschrank | 150–300 kWh/Jahr | Häufiges Öffnen erhöht Verbrauch; regelmäßiges Abtauen spart Energie |
Geschirrspüler | 0,7–1,2 kWh/Spülgang | ECO-Programme sparen bis zu 30 % Energie |
Backofen | 0,8–1,5 kWh/Stunde | Heißluft effizienter als Ober-/Unterhitze |
Mikrowelle | 0,1–0,2 kWh/Nutzung | Deutlich effizienter für kleine Portionen |
Wasserkocher | ca. 0,1 kWh/Liter | Sehr effizient, da geringe Laufzeit |
Herd (Elektro) | 1–1,5 kWh/Stunde | Deckel verwenden spart Energie |
Kochfeld (Induktion) | 0,5–1 kWh/Stunde | Bis zu 30 % effizienter als Ceran |
Waschen und Trocknen: Hoher Verbrauch, großes Sparpotenzial
Waschmaschinen und Wäschetrockner gehören zu den wichtigsten, aber auch energieintensiveren Haushaltsgeräten. Eine moderne Waschmaschine benötigt im Normalbetrieb meist zwischen 0,5 und 1 kWh pro Waschgang, wobei ECO-Programme die besten Einsparungen ermöglichen. Die Unterschiede bei Trocknern sind dagegen besonders groß: Während Kondens- oder Ablufttrockner pro Nutzung zwei bis vier kWh benötigen können, verbrauchen moderne Wärmepumpentrockner oft nur die Hälfte. Wer oft Wäsche trocknet, kann hier enorme Kosten sparen. Selbst scheinbar einfache Geräte wie Bügeleisen können im Dauerbetrieb bis zu zwei Kilowattstunden pro Stunde verbrauchen, was sich bei regelmäßigem Bügeln deutlich bemerkbar macht.
Haushaltsgerät | Typischer Verbrauch | Zusatzinfos |
Waschmaschine | 0,5–1 kWh/Waschgang | ECO-Programme reduzieren Verbrauch stark |
Wäschetrockner – Kondens/Abluft | 2–4 kWh/Trocknung | Hoher Verbrauch, geringe Effizienz |
Wärmepumpentrockner | 1–2 kWh/Trocknung | Effizienteste Trocknerart |
Bügeleisen | 1–2 kWh/Stunde | Häufig unterschätzter Verbrauch |
Unterhaltungselektronik: kleine Geräte, große Wirkung
Im Bereich Unterhaltungselektronik wird der Verbrauch häufig unterschätzt, da viele Geräte zwar wenig Leistung haben, dafür aber täglich oder sogar rund um die Uhr laufen. Ein moderner LED-Fernseher liegt je nach Größe oft zwischen 60 und 120 Watt und kommt über das Jahr auf etwa 70 bis 150 kWh. Spielekonsolen wie die PS5 oder Xbox Series X benötigen während des Spielens deutlich mehr Energie als beim reinen Menübetrieb, was sich auf lange Sicht ebenfalls auswirkt.
Router und Modems scheinen sparsam, laufen aber ununterbrochen. Dadurch summiert sich ihr Energiebedarf über das Jahr auf 70 bis 130 kWh – ein nicht zu vernachlässigender Anteil. Computer weisen je nach Modell starke Unterschiede auf: Notebooks sind sehr sparsam, stationäre Gaming-PCs dagegen gehören zu den größten Stromverbrauchern im Bereich der Unterhaltung.
Haushaltsgerät | Typischer Verbrauch | Zusatzinfos |
Fernseher (LED, 40–55 Zoll) | 60–120 W / 70–150 kWh/Jahr | Kopfgröße und Helligkeit beeinflussen Verbrauch |
Fernseher (OLED) | 80–200 W | Höherer Energiebedarf bei hellen Bildern |
Spielekonsole (PS5, Xbox) | 150–220 W beim Gaming | Stand-by 5–20 W, summiert sich stark |
Router/Modem | 8–15 W / 70–130 kWh/Jahr | 24/7 in Betrieb – unterschätzter Dauerverbrauch |
Laptop | 30–60 W | Sehr energieeffizient, geringe Kosten |
Desktop-PC | 150–300 W | Gaming-PCs bis zu 500 W |
Heizen und Kühlen: die wahren Energiefresser
Elektrische Heizgeräte zählen zu den teuersten Energieverbrauchern eines Haushalts. Ein kleiner Heizlüfter mit 2.000 Watt kostet bei einer Stunde Betrieb bereits etwa 60 Cent. Wer ihn täglich nutzt, merkt das sofort auf der Stromrechnung. Klimaanlagen verbrauchen ebenfalls viel Energie, wobei Splitgeräte meist deutlich effizienter sind als mobile Klimageräte. Ventilatoren hingegen sind sehr sparsam und benötigen im Vergleich nur einen Bruchteil der Energie.
Haushaltsgerät | Typischer Verbrauch | Zusatzinfos |
Elektrischer Heizlüfter | 1,5–2 kWh/Stunde | Sehr teuer im Dauerbetrieb |
Klimaanlage (Splitgerät) | 0,5–1,5 kWh/Stunde | Deutlich effizienter als mobile Geräte |
Ventilator | 0,03–0,06 kWh/Stunde | Sehr energieeffiziente Kühlung |
Luftentfeuchter | 0,2–0,4 kWh/Stunde | Längere Laufzeiten treiben Kosten |
Beleuchtung: kleine Umstellung, große Wirkung
Die Beleuchtung ist ein weiteres Feld, in dem sich Energie sparen lässt, ohne dass man auf Komfort verzichten muss. LEDs verbrauchen bis zu 80 Prozent weniger als klassische Halogenlampen und halten gleichzeitig wesentlich länger. Eine einzelne LED-Lampe verursacht im Durchschnitt nur rund zehn Kilowattstunden im Jahr – eine sehr geringe Menge im Vergleich zu anderen Haushaltsgeräten.
Haushaltsgerät | Typischer Verbrauch | Zusatzinfos |
LED-Lampe | 6–10 W | Sehr effizient, lange Lebensdauer |
Halogenlampe | 28–50 W | Bis zu 80 % höherer Verbrauch als LEDs |
Wo summiert sich der Stromverbrauch im Haushalt wirklich?
In einem typischen Drei-Personen-Haushalt entfallen rund ein Drittel des gesamten Stromverbrauchs auf Kühlgeräte wie Kühlschränke und Gefriertruhen. Waschmaschinen, Trockner und Geschirrspüler kommen auf etwa zehn bis fünfzehn Prozent. Unterhaltungselektronik und IT-Geräte liegen ebenfalls in einem ähnlichen Bereich. Die Beleuchtung trägt hingegen meist nur einen kleineren Teil zum Gesamtverbrauch bei – vor allem, wenn moderne LEDs eingesetzt werden. Besonders kostenintensiv wird es, wenn zusätzlich elektrische Heizlüfter oder Klimageräte verwendet werden, da diese innerhalb kurzer Zeit große Energiemengen benötigen.
Typische Verbrauchsverteilung in einem 3-Personen-Haushalt:
Kühlen & Gefrieren: 25–35 %
Waschen & Trocknen: 10–15 %
Elektronik & IT: 10–20 %
Kochen & Backen: 10–15 %
Beleuchtung: 5–10 %
Heizen/Klima: stark variabel
Energiefresser Nr. 1:
→ Alte Kühlschränke, Gefrierschränke und Wäschetrockner
Wie lässt sich der Stromverbrauch im Alltag reduzieren?
Energie zu sparen bedeutet nicht, Geräte weniger zu nutzen, sondern sie bewusster und effizienter einzusetzen. Das beginnt bereits beim Kauf: Wer neue Geräte anschafft, sollte unbedingt auf die Energieeffizienzklasse achten, da der Unterschied zwischen alten und modernen Geräten enorm sein kann. Bei Kühlgeräten lohnt es sich, die Temperatur optimal einzustellen – sieben Grad im Kühlschrank und minus 18 Grad im Gefrierfach sind ausreichend und sparen Energie. Auch regelmäßiges Abtauen hilft, den Verbrauch niedrig zu halten.
Im Alltag kann man zusätzlich Kosten reduzieren, indem man Geräte komplett ausschaltet, wenn sie nicht benötigt werden. Stand-by-Verbrauch summiert sich über Monate zu hohen Beträgen. Waschmaschinen sollten möglichst voll beladen werden, und Wäschetrockner lassen sich häufig durch das Trocknen an der Luft ersetzen. Auch smarte Steckdosen, Verbrauchsmessgeräte und smarte Thermostate können helfen, Transparenz zu schaffen und unnötigen Verbrauch zu vermeiden.
Beispielrechnung: Was kostet der Strom in einem 3-Personen-Haushalt?
Ein durchschnittlicher Drei-Personen-Haushalt kommt pro Jahr auf einen Gesamtverbrauch von rund 1.300 bis 1.500 kWh. Das entspricht jährlichen Stromkosten von etwa 420 bis 480 Euro. Kühlgeräte machen davon oft mehr als ein Viertel aus. Waschen und Trocknen schlagen ebenfalls spürbar zu Buche. Unterhaltungselektronik, Küchenkleingeräte und Beleuchtung bilden den restlichen Anteil. Wer ältere Geräte austauscht und die genannten Tipps berücksichtigt, kann seine Stromkosten oft um 100 bis 200 Euro pro Jahr senken, ohne dabei auf Komfort verzichten zu müssen.
Gerätegruppe | Verbrauch (kWh/Jahr) | Kosten (bei 0,32 €/kWh) |
Kühlgeräte | 300 kWh | 96 € |
Waschen & Trocknen | 320 kWh | 102 € |
Elektronik & Medien | 250 kWh | 80 € |
Beleuchtung | 150 kWh | 48 € |
Küche (Kochen/Backen/etc.) | 350 kWh | 112 € |
Gesamt | 1.370 kWh | 438 € |
Fazit: Stromverbrauch kennen, Kosten reduzieren
Der Stromverbrauch typischer Haushaltsgeräte ist für viele Menschen ein unsichtbarer, aber ständiger Kostenfaktor. Wer versteht, welche Geräte am meisten Energie benötigen, kann gezielt einsparen. Besonders ältere Kühlgeräte, Trockner und elektrische Heizgeräte sind große Stromfresser. Moderne Technik, bewusste Nutzung und eine effiziente Geräteauswahl können die Stromkosten langfristig deutlich senken. Schon einfache Anpassungen im Alltag – wie ECO-Programme, LED-Beleuchtung oder das Vermeiden von Stand-by – wirken spürbar und helfen, Energie nachhaltig einzusetzen.
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